Der Tod ist ein Magnet mit weitem Vorfeld.
Unser Leben erschöpft sich im wechselvollen Bedingungen.
Friedhöfe sind die Herbergen erloschener Leidenschaften.
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Synkope
Man ahnt die Existenz des Wegweisers, nachdem man den falschen Weg bis zum Ende ging.
Wir begreifen geführte Gespräche oft erst nach langer Zeit - dann aber mit brennender Präzision.
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Im Zenit
Äußerstes Können ist konstante Gewohnheit im Fehlerlosen auf hohem Niveau.
Das Außergewöhnliche vermögen nur die Außergewöhnlichsten.
Virtuosität ist der Lebensstil mit höchstem Anspruch.
Frei sein heißt, das Menschliche zu wissen ohne seinen Tiefen zu erliegen.
Konzentration ist die ungetrübt nach innen gerichtete Abseitigkeit.
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Früh Vergilbt
Es machte ihn wenig froh, da es ihm zugefallen war.
Als er das Nichtzuträumengewagte erreicht hatte, fiel er in dumpfe Selbstverständlichkeit,
bis er die Last zu ahnen begann, die er zu tragen hatte.
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Im Zwang Des Schöpferischen
Der große Künstler schwimmt ins offene Meer, ohne den Gedanken ans Zurück.
Die Perfektion hat den Sog ins Unendliche, und daher für den Menschen Heimatlose.
Gipfel haben ihr eigenes Klima.
Die Vollendung will, daß man in sie taucht - nicht, daß man nach ihr greift.
Das Maß in der Kunst ist die überwundene Maßlosigkeit.
Wer einer Aufgabe lebt, muß das Sichlösen noch mehr beherrschen als das Sichbinden.
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Jede Perfektion erhält ihr schicksalhaftes Profil auch durch die spezifische Art ihres Entstandenseins.
Die Bindung ist die Urzelle des Lebens, die Gelöstheit indes die letzte Frucht ihrer Entwicklung.
Das Experiment enthält zugleich den Mut zum Umweg.
Die Arbeit des Künstlers besteht im aktiven, im schöperischen Warten.
Der Künstler muß ständig seine Existenz nachweisen.
Die ins Unendliche gesteigerte Leistung ergreift, da sie zugleich das Endliche im Menschen aufweist.

Rezeptpflichtig
Vor dem Tod steht der Mensch Schlange, ohne es zu wissen.
Trübe Vorausahnungen sind wie sich ankündigende Schneeluft.
Die Sklerose ist der begleitende Schatten des Menschen, der besonders in seinen lichtlosen Zeiten wächst.
Man muß den Tod im Angebot der Duzbrüderschaft zuvorkommen, um ihn auf Distanz zu halten.
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Der Selbstmöder kommt in den Genuß seiner Konsequenz.
Das Herz bringt sich in Erinnerung, indem es kurz- oder langfristig kündigt.
Die Zeugung ist unser Urteil, dessen Strafvollzug bei der Geburt beginnt.
Der Arzt und der Tod sagen beide: "Der Nächste bitte".
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Im Taumel
Sie umschlangen sich im heißen Spätsommer ihres Lebens in der Erwartung des ersten abkühlenden Gewitters.
Sie liebten sich mit der Inbrunst des Periodischen.
Sie spielten virtuos an der Oberfläche und ertranken doch in der Tiefe.
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Am Anderen Ufer
Der große Arzt versucht durch seine Dialektik, die Ansprüche des Todes zu vertrösten.
Von wahrhaft königlicher Diskretion ist unser Lächeln erst im Tode.
Die Macht des Leisen offenbarte sich erst, wenn die Toten zu Worte kämen.
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Unruhige Waage
Der Gleichmut glättet die Ungeduld unseres Geistes mit dem Wissen um ihre ständige Wiederkehr.
Im Gefühl des Glücks verlagern sich die Horizonte.
Die Freude und die Güte erscheinen als Zwillingsschwestern mit abhängigem Schicksal.
Der Hochsensible dankt schon beim Nahen seelischen Gleichgewichts mit dem Preise des Glücks.
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Modulationen
Er rang die Hände und fluchte, während sich die Ergebung anbahnte.
Seine Vorwürfe verstummten, als das Verständnis ihn zum Mitleid führte.
In ihrer beider Begegnung erlitt der Stolz seine liebenswerteste Niederlage.
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Im Austausch
Unsere Hände greifen das Leben, und das Leben läßt sie uns gezeichnet zurück.
Den teuersten Tribut zahlt der Mensch für seine Reife.
Der Idealismus der Jugend ermöglicht die Weisheit des Alters.
Unsere Leiden sind die schlichten Investierungen in noch unbekannte Gewinne.
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Wetterleuchten
Während er nicht wußte, was er sagte, begann er zu ahnen, was er wollte.
In den faszinierenden Frauen erkannte sie sogleich ihre eigenen unbegrenzten Möglichkeiten.
Er wurde erst mutig, als er einsah, daß der Rausch des Lebens ihm seine letzte Chance bot.
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Erregende Vorgänge
Der Dämon ermöchtigt uns zu einer Kraft, die unsere Kontrolle entweiht.
Das Maßvolle wirkt oft maßlos ergreifend.
Eine bedeutende Aussage beginnt beim Wagnis und endet bei der allgemeinen Gültigkeit.
Es sind Symptome der Liebe, wenn wir augenscheinliche Schwächen und
Fehler eines Menschen plötzlich anziehend finden.
Die Furcht treibt in der Herausforderung ihre gefährlichste Blüte.
Unsere Freude wird zwielichtig, wenn wir aus Versehen das Richtige taten.
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Bei Sich
In der Jugend hatte er Angst vor dem Leben, im Alter hatte er Angst vor dem Tode: Er
schloß einen Vergleich mit der gegenwärtigen Stunde.
Er machte Inventur mit seinen Freundschaften und entdeckte sich selbst.
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Brandmale
Die Resignation verschafft sich ihre Freuden durch Fremdkörper.
Wohin wir auch sehen, wir sehen Schicksale.
In der Verbitterung schwelt verborgen der Schmerz über unser Versagen.
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Vermiedene Höhen
Er mißtraute dem Glück, denn er glaubte seine Freiheit in Gefahr.
Als sie die Beweise ihrer gegenseitigen Zuneigung nicht mehr steigern konnten,
zweifelten sie an der Liebe.
Seine Gedächniskraft näherte sich von der Mutlosigkeit, sich selbst zu vergessen.
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Im Armenhaus Des Lebens
Die Namenlosen empfinden in lauter Diskretion.
Aus ihrem Blick spricht verjährte Erwartung.
Viele treten ab, ohne je angetreten zu sein.
Sie war verblüht, bevor es noch Zeit zum Blühen war.
Bei manchen Menschen besteht die Hochsaison ihres Lebens aus nur ein paar warmen Tagen.
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Stigma
Die fixe Idee lockt als Irrlicht ins Moor.
In der Treibhausblüte stimuliert der Tod die exaltierte Schönheit.
Der Greis geht an die Front, zu sterben für das Leben.
Viele lieben die Abwechslung, aber nur wenige stehen unter dem Zwang der Ablösung.
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Aufgespürt
Das Geheimnis des Gleichmuts liegt in dem Bereitsein ohne den Einsatz des Wolles.
Unser Unterbewußtsein demonstriert die perfektionierteste Arbeitsweise.
Lächeln ist eine erschöpfende Aussage ohne Worte.
Die innere Stimme muß schon vorlaut werden, damit wir ihr folgen.
Vergessene Worte haben ihre eigenen Archive.
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Schwere Zeiten formen uns oft des Guten zuviel.
Ein starkes Gemüt besteht aus abgelagerten Eindrücken.
In der Erinnerung übertönt das Ende den Anfang.
Der Anblick des Todes macht erfahren.
Das Ahnen von uns selbst kommt einem Wissen gleich.
Wir sind die Sklaven von dem, was uns nicht glücklich macht.
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