Arndt Tomás Aphorismen von Hans Arndt - Seite 4/7
Eingangsseite
Diese Seite weiterempfehlen
Ölmalerei kaufen
Kontaktaufnahme

Aphorismensammlung von Hans Arndt - Zitatsammlung "Im Visier"

Seite 1 -- Seite 2 -- Seite 3 -- Seite 4 -- Seite 5 -- Seite 6 -- Seite 7
Bitte beachten Sie, dass alle aufgelisteten Aphorismen dem Urheberrecht unterliegen!

Belichtet

Nur die Dinge, die man zu einem späteren Zeitpunkt bezahlen muß, sind die wahrhaft teuren.

Ungesagte Worte bedürfen spezieller Meisterung.

Willst Du ein Liebeswertes noch intensiver leiben, so setze ihm ein Gegenzuliebendes.

Rechtzeitig aufzuhören ist oft wesentlicher, als überhaupt begonnen zu haben.

Genieße den Reiz ohne ihn zu begehren - dann bleibst Du sein Meister.

Man muß immer wieder die Nabelschnur zu seinen Verehrungen durchschneiden.

Zum Glücklichsein bedarf es einer jeweiligen Gedächtnisschwäche zugunsten des erkorenen Augenblicks.

*

*

Menschlich

Wir sagen Erfahrung und denken daran, wie wir es hätten machen sollen.

Auch der für die Liebe nicht Begabte ist verliebt in das für ihn Unmögliche.

Der Mensch, der seine Fehler bei anderen entdeckt, kennt kein Erbarmen.

Wenn wir verlockt in die falsche Richtung gehen, nehmen wir Haltung an.

Erregte Momente sind Magnete für das, was wir gerade vermeiden wollen.

*

Selbst der Redlichste muß sich an das Glück seiner Freunde erst gewöhnen.

Daß wir geliebt werden, merken wir des öfteren zu spät - unsere Antipathien dagegen registrieren wir pünktlich.

Der Mensch ist am phantasievollsten in seiner Rechtfertigung.

Wir stellen oft die Weichen des Schicksals, indem wir bewußt die Augen schließen.

*

Enklaven

Ewige Gegenwart
Das Liebespaar teilt mit der Zeit die Anwendung der Spielregeln immer mehr unter sich auf.

Grabschaft
Die Traurigkeit war seine Geliebte und der Ernst sein bester Freund.

Entglitten
Er formte aus ihrer Seele einen blütenreichen Garten, in dem sich die andern ergingen.

Erfüllte Wachheit
Ihre schweifenden Blicke vervollständigen seine Zärtlichkeiten.

Potentielles Nichts
Die Aufgabe, das Ungeschehene ungeschehen zu machen, brachte ihn zum Erliegen.

Imprägnierte Stunden
Er wurde geliebt, denn er gab dem Flüchtigen Substanz.

*

*

Frauen (Thema und Variationen)

Die Zärtlichkeit der Frau liegt vornehmlich in der Bereitschaft, sie zu empfangen.

Frauentränen erzwingen rückflutende Bereicherung.

Die Magie der weiblichen Schönheit beruht auf dem Sichliebenlassen und dem Lieben.

Nur die liebende Frau löst in ihren höchsten Augenblicken sämtliche Probleme der Welt.

Sie war nur ein einfaches Mädchen, aber sie verbarg in sich alle Frauen.

Die junge Frau sieht aus ihrem Gesicht heraus, die alte Frau in ihr Gesicht hinein.

*

Angeborene Meisterschaft

Gott gab der Frau zur Liebesbegabung zugleich das Talent zur Heimlichkeit.

In der Schnelldiagnose sind die Blicke der Frauen immer noch führend.

*

Frauen unter sich

Die Frau, die eine andere Frau ablehnt, lehnt sich gewöhnlich selbst in ihr ab.

Meister ihres Fachs verstehen sich zu beurteilen - Frauen verstehen sich abzuschätzen.

Die reife Frau bewertet die Reize des jungen Mädchens noch höher als der Mann.

*

Erkennungsdienst

Die Frauen, die zum starken Geschlecht gehören, erkennt man an ihren Männern.

Das letzte Wissen über ihr eigenes Geschlecht erfährt die Frau nur über die Indiskretion des Mannes.

Die vorzeitige Bereitschaft zeichnet die leichten Frauen wie das Fallobst.

*

Exponiert

Die mondäne Frau kultiviert ihre Nachsaison zum ewigen Leben.

Die Dame erinnert sich nur mehr ihrer Leidenschaften.

Die emanzipierte Frau fährt schnelle Tempi auf Abstellgleisen.

Die Frau, die ihre Qualität überfahren läßt, verfolgt das Echo.

Die Gleichberechtigung der Frau findet in den kühnen Einfällen der Modeschöpfer ihren zuversichtlichen Rückhalt.

*

Diktatorische Marschrichtung

Frauen über 20 verheiratet die Liebe, über 30 die Erfahrung, über 40 das Schicksal, über 50 die Neurose, über 60 die Rente.

Ein übertriebenes Vertrauensverhältnis zwischen Mutter und Tochter läßt darauf schließen,
daß sie zum mindesten einen Mann an der Nase herumgeführt haben.

Frauen bis 25 erwarten die Verführung - danach unterliegen sie Vereinbarungen.

Die Torschußpanik der Frau gleicht einem Erdbeben, dessen Opfer auch
ein sowieso schon Unglücklicher werden kann.

*

Dem Mann gewidmet

Frauen wollen weniger gefragt als geliebt sein.

Die Wünsche der Frauen sind ihrem Bewußtsein weit voraus.

Frauen schätzen einen raffinierten Mann nur stundenweise.

Wer die weibliche Psyche verstehen will, muß dem logischen Gesetz der Zusammenhänge in der Unlogik auf die Spur kommen.

Enttäuschte Frauen schmieden aus ihrem Gedächnis ihre Waffen.

Die Frau will solistisch geliebt sein, um treu bleiben zu dürfen.

Frauen beargwöhnen Teilstrecken und lieben die Endstation.

Ja und Nein sind bei einer Frau oft nur der Hinweis auf eine neue Ausgangsstellung.

*

Fakten

Der Entschluß ist dynamischer als das zu Entschließende.

Selbst die Unermüdlichkeit bedarf des Zustroms.

In der Erschöpfung erlahmen auch die Hemmungen.

Die Kraft, die schwindet, wirkt als totes Gewicht.

Qualität offenbart sich am Widerstand.

Das Horizontale schweift, das Vertikale hält fest.

*

Junge Eltern - frühes Bewußtsein - verkürzte Jugend.

Der Kompromiß des Frommen wiegt doppelt.

Die Liebe zum Lehrer trübt den Kopf des Schülers.

Das Monotone sättigt am schnellsten.

Rauchen ist Überbrückung ohne Ziel.

Auch die Schwierigkeit hat ihr Schamgefühl.

Der Nachgeschmack ist unbestechlich.

*

*

Illusionen

Sie umschlossen sich mit den Armen und vollendeten so die Fata Morgana des Nichtalleinseins.

Immer, wenn sie liebte, wollte sie anbauen, und so begann ihre Kurve vital bei
Schlössern, um schließlich bei Parzellen zu enden.

Auf seinem Gesicht war die Vorwegnahme einer Leistung zu sehen, auf die seine Anhänger geduldig warteten.

Erst, als man nach ihr griff, fühlte sie sich schön - und gab nach.

Er sah in ihr immer mehr seine Ordnung und ahnte nicht, woher sie die Kraft nahm, ihm diese Sicherheit zu vermitteln.

*

Routine

Komplimente gleichen künstlichen Klimaanlagen zwecks schneller Ernte.

Mit verbindlichen Grüßen: Die Distanz wird kultiviert.

*

Chancen

Der Bekenntnismut erklimmt im Selbstgespräch ungeahnte Höhen.

Die Menschen, die nicht über den Sinn des Lebens nachdenken, sind die wahren Nutznießer auf Erden.

Beim Lesen der Todesanzeigen wird man belehrt, daß nur engelsgleiche Wesen diese Welt verlassen.

Der geplagte Ungläubige setzt eher auf die schnelle Intrige als auf das Gebet.

*

Vertauschte Rollen

Die Gewohnheiten beginnen bei uns als Gast, um sich alsbald zu Hausherren zu entwickeln,
indem sie sich unserer als Medien bedienen.

In unseren Träumen sind wir große Gönner: Wir erteilen unseren Feinden die Rollen von Herrschern und Diktatoren.

*

Peinliche Entdeckungen

Bei unseren Verwandten erkennen wir uns wie in einem angelaufenen Spiegel.

Mögen wir in Gedanken auch schweifen - in der Biologie marschieren wir zielstrebig.

Talent und Hemmungslosigkeit überschneiden sich oft verwirrend.

Nicht jeder Ruhm ist ein gedeckter Wechsel.

Freunde werden un-freundlich, wenn Freunde von ihnen etwas wollen.

*

Stundenweises Zusammenliegen besagt noch kein unbedingtes Zusammenstehen.

Je älter man wird, desto schlechter werden die Spiegel.

Jugendfreundschaften wirken wie Kleider, die nicht mehr modisch überzeugen.

Das Tadellose mancher Bürger erinnert an die verdächtige Perfektion falscher Gebisse.

*

Paradoxien

Sie besprachen flüsternd ihre Schicksale, die ihre Gesichter schreiend verkündeten.

Er fristete sein Leben, indem er den ganzen Tag seine liebste Tätigkeit ausführen mußte.

Erst als sie zusammen gingen, gingen sie zugleich aneinander vorbei.

Er laborierte so lange an ihrem Schönheitsfehler, bis sie vollkommen häßlich war.

Sie finanzierte die Reise, und er hatte sie zu bezahlen.

Er vertritt seinen Standpunkt nur im Sitzen.

*

Sie hatte Furchtbares erlebt, indem sie nicht erlebte.

Er war erst außer sich, als er wieder zu sich kam.

Sie verstanden sich immer besser, bis sie sich nicht mehr kannten.

Er hatte sich versprochen, als er das Versprechen gab.

Sie benutzten den Fahrplan der Biologie und kamen nie an, da sie immer schon da waren.

Er mußte die Spitze erreichen, denn zum Durchschnitt reichte seine Begabung nicht aus.

*

Selbstschutz

Der Arzt mit erhobenem Zeigefinger spricht in erster Linie zu sich selbst.

Wir nehmen die Menschen gewöhnlich nur so lange ernst, solange es uns nicht aufregt.

Eine allzu große Freude sollte man seinem Organismus erst vorher ankündigen.

Diktatoren mißtrauen dem Geist aus Instinkt.

Das Herz des Bürgers gedeiht nur in der Sicherung.

Der Mann mit dem Doppelleben gleicht einem Langstreckenläufer, der bei Lichtungen sprintet.

*

Senden Sie diese Seite an Bekannte oder setzen Sie sich ein Lesezeichen (IE).
Hinterlassen Sie einen Kommentar zur Aphorismensammlung auf dieser Seite.
Sie sind interessiert an noch nicht veröffentlichten Teilen? Newsletter...

Kommentare

Lesen Sie Kommentare von Besuchern über die Aphorismensammlung von Hans Arndt. Sie sind herzlich eingeladen, ebenso einen Kommentar für zukünftige Besucher abzugeben.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Kommentare Dritter nicht die Meinung des Internetseitenbetreibers widergeben. Wir behalten uns vor, sie zu kürzen oder zu löschen. Wir bitten unsere Leser, unerwünschte oder anstößige Beiträge über das Kontaktformular zu melden.

Comments page 1 of 1
Click here to add a comment
meilleur massage lyon
Posted 266 days ago
Je te le jure par la vigile de sainte Madeleine a l'Huile, ils empoisonnent les gens
qui les regardent, absolument comme donnent la contagion les effets empestes que l'on touche, dix ans apres qu'ils avaient ete enfermes. *** sophiechassat.com
Nenk
Posted 765 days ago
I've been surfing online more than 3 hours today, yet I never found any interesting article like yours. In my opinion, if all website owners and bloggers made good content as you did, the internet will be a lot more useful than ever before.
Takashi
Posted 765 days ago
Not bad at all fellas and galasl. Thanks.
Mulyatun
Posted 783 days ago
There are no words to describe how bodouiacs this is.
Jimi
Posted 1231 days ago
Posts like this britghen up my day. Thanks for taking the time.
Lotta
Posted 2182 days ago
You get a lot of respect from me for writing these helpful quotes.
Jady
Posted 2183 days ago
No complaints on this end, simply a good piece.
Trish
Posted 2183 days ago
AKAIK you've got the answer in one!
Sparky
Posted 2220 days ago
I am froever indebted to you for this information.
Dahrann
Posted 2223 days ago
This is exactly what I was looknig for. Thanks for writing!
Peter Schwerl
Posted 3078 days ago
Die Aphorismen von Hans Arndt gefallen mir sehr. Danke für die Veröffentlichung! Peter Scherl
Berichterstattung
Posted 3323 days ago
Stil hat Hans Arndt durch viele weise Sprüche, keine Frage! Neben allgemeinen Weisheiten hat er sich auch intensiv mit dem Thema Frauen, Tod, Freundschaften und Weltgeschichte auseinandergesetzt. Mir persönlich gefallen viele seiner Aphorismen...
Herbert
Posted 3347 days ago
Eine großartige Sammlung eines großartigen Schriftstellers!
Kadja
Posted 3477 days ago
Tolle Sammlung. Sehr interessant!
Mark Deegen
Posted 3503 days ago
Eine anspruchsvolle Aphorismensammlung! Vielen Dank für die Veröffentlichung zur kostenfreien Einsicht. M. Deegen
Lenin
Posted 3552 days ago
Die Unwissenheit kommt der Wahrheit näher als das Vorurteil.
Hassenkamp
Posted 3567 days ago
Hassenkamp sagte mal "In manchen Familien sind Hunde mit Stammbaum eine Art Adelsersatz." Ich habe das auch so beobachtet und finde diesen Spruch sehr gut gelungen.
Johann Wolfgang von Goethe
Posted 3591 days ago
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee.
Friedricht Hebbel
Posted 3606 days ago
Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange.
Heute entdeckt!
Posted 3621 days ago
"Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen." Napoleo Bonaparte
Unbekannt
Posted 3625 days ago
Man täuscht sich oft, wenn man glaubt, den Hochmut durch Demut besiegen zu können.
Ursula Graus
Posted 3629 days ago
In Aphorismen kann ich mich verlieren, ohne verloren zu gehen! Wolfgang Herbst sagte z.B. "Ärger ist die Unfähigkeit, Wur in Aktion umzusetzen". Das stimmt jeden Tag aufs Neue.
Silie
Posted 3629 days ago
Fraf Fito sagte einmal: "Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher im Bilde." Der ist immer aktuell!
Peter Schett
Posted 3633 days ago
Ich sag immer "man kann nicht früh genug lernen das Leben in vollen Zügen zu genießen".
Grauenwälder
Posted 3646 days ago
Ich kenne ein ähnliches Zitat: "Mat hat, wer reden kann." Ich meine das ist von Salisbury, Robert.
Robert Salisbury
Posted 3648 days ago
"Macht hat, wer reden kann.", Zitat v. Robert A.T. Salisbury
Erich Kästner
Posted 3658 days ago
Wie sagte schon Erich Kästner: "Der Mensch soll lernen - nur Ochsen büffeln." Stefanie Greifswald
Silie
Posted 3660 days ago
Erfolg ist der Sieg der Einfälle über die Zufälle.
Kant
Posted 3686 days ago
Aufklärung ist die Maxime, jederzeit selber zu denken. Immanuel Kant
Lebensmotto
Posted 3687 days ago
Man kann gar nicht früh genug lernen, das Leben zu genießen!
Eine wirkliche Bereicherung für das eigene Leben.
Hellmut Walters
Posted 3693 days ago
"Wem nichts mehr auffällt, dem fällt auch nichts mehr ein." Eine Lebensweisheit die viele in der heutigen Zeit vergessen zu haben scheinen. Oder nicht?
Sibille Töll
Posted 3695 days ago
Demut ist die Fähigkeit, zu den kleinsten Dingen emporzusehen. Zitat von Albert Schweitzer
Albert Einstein
Posted 3695 days ago
Ich zitiere immer Einstein: "Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht." Christoph
Unbekannter Autor
Posted 3697 days ago
Verstand macht nur Sinn, wenn man ihn nicht gedankenlos einsetzt.
La Rochefoucauld
Posted 3697 days ago
Trennung lässt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
Aristoteles
Posted 3702 days ago
Wenn ein Wunsch ins Wasser fällt - besser nicht nachspringen.
Helen Vita
Posted 3715 days ago
Strohwitwer sind leicht entflammbar - das ist schon materialbedingt.
Lisa Brandt
Posted 3743 days ago
...ich habe noch einen: "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern verleihen." Der ist grandios!
Lisa Brandt
Posted 3743 days ago
Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.
Mein Lieblingszitat von Max Frisch :)
Karl Dall
Posted 3745 days ago
"Alt wird man, wenn die Leute sagen, dass man jung ausshieht."
Stanislaw Jerzy Lec
Posted 3748 days ago
"Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich."
Dieter G.
Posted 3752 days ago
Ein passender Spruch für die heutige Zeit: "Geiz macht so einsam, dass man viel Geld sparen kann." (Unbekannt)
Konfuzius
Posted 3762 days ago
"Das Rechte erkennen, aber nicht tun: Das ist Mangel an Mut." zit. v. Konfuzius.
 

Seite 1 -- Seite 2 -- Seite 3 -- Seite 4 -- Seite 5 -- Seite 6 -- Seite 7

Senden Sie diese Seite an Bekannte oder setzen Sie sich ein Lesezeichen (IE).
Hinterlassen Sie einen Kommentar zur Aphorismensammlung auf dieser Seite.
Sie sind interessiert an noch nicht veröffentlichten Teilen? Newsletter...

Meinem Vater Hans Arndt

-- Copyright © Worldpaintings.de. Alle Texte und Abbildungen unterliegen dem Urheberrecht des jeweiligen Künstlers. --
Malerei • Aphorismen • Malpraxis
Deutsch | English | Español
© 1997-2017